May 6, 2021·in Geld im Alltag, Unbezahlbares Wissen·7 Minuten Lesezeit

7 Rede­wendungen rund um's Geld: das steckt dahinter

Zeit wie Geld und Geld wie Heu – in unserem Wortschatz verstecken sich ziemlich viele Redewendungen zum Thema Geld. 💾 Wir haben uns angeschaut, was sie bedeuten. 🔍

Zwei Frauen unterhalten sich bei Spaziergang im Wald ĂŒber Redewendungen rund ums Geld

Und, wann hast du das letzte Mal ein Sprichwort zum Thema Geld verwendet? In unserem Alltag kommt das hÀufiger vor, als wir vielleicht denken.

Das Wörtchen "Geld" gehört zu unserem Leben – ob wir es wollen oder nicht. Ob im Alltag beim Einkaufen, auf dem Werbeplakat an der Bushaltestelle, im GesprĂ€ch mit Freund*innen und Familie oder der Gehaltsverhandlung im Job – Geld ist immer da. 💰

Und das schon seit Tausenden von Jahren. Denn wusstest du, dass die ersten GeldmĂŒnzen schon etwa 650 vor Christus in der WesttĂŒrkei entstanden sind? 😼

7 bekannte Redewendungen zum Thema Geld

Kein Wunder also, dass sich mit der Zeit auch viele Sprichwörter und Redewendungen rund um's Geld entwickelt haben. Wir gehen der Sache auf den Grund und zeigen dir, woher die bekanntesten SprĂŒche kommen. 🔍

1. Zeit ist Geld

Benjamin Franklin, einer der GrĂŒndervĂ€ter der USA, hat diesen Spruch in seinem Buch "Ratgeber fĂŒr junge Kaufleute" geprĂ€gt. 📕 Was vor ĂŒber 250 Jahren stimmte, besitzt auch heute noch seine GĂŒltigkeit. Zeit, Geld und Macht sind eng miteinander verbunden, weil wir Zeit gewinnorientiert betrachten. Wir versuchen also abzuschĂ€tzen, ob sich etwas fĂŒr uns lohnt. 🧐

Überleg mal: wenn du mehr Geld fĂŒr deine Arbeit bekommst, sind deine Arbeitsstunden – also deine Zeit – mehr wert. Und wenn du mehr Geld bekommst, dann geht es der Konjunktur gut und die Lebenshaltungskosten steigen ebenfalls. 💾 Dann wird es immer wichtiger, möglichst effizient zu arbeiten. Das bedeutet, gut mit der eigenen Arbeitszeit umzugehen, um in weniger Zeit mehr zu schaffen – und somit auch mehr Geld zu verdienen. Zeit ist also sehr wertvoll fĂŒr uns alle. ⏰

👉 Erfahre mehr ĂŒber Angebot und Nachfrage und die Antwort auf die Frage, ob Geld glĂŒcklich macht.

2. Geld wie Heu haben

Bestimmt ist auch dir dieser Spruch schon mal irgendwo zu Ohren gekommen. 👂 Er bedeutet, dass der Reichtum einer Person unglaublich groß ist – sie hat sogar so viel Geld, wie andere Menschen Heu in ihrem Stall liegen haben. đŸŒŸ

Die Redensart stammt vermutlich aus dem Mittelalter, als die Spanne zwischen arm und reich sehr groß war und die Mehrheit der Menschen Bauern waren. đŸ‘šđŸŒâ€đŸŒŸ Sie hatten zwar einen Stall mit viel Heu, aber kein oder nur sehr wenig Geld.

3. Geld stinkt nicht

Was hat Geld denn mit Gestank zu tun? 👃 Vor etwa 2.000 Jahren hat der römische Kaiser Vespasian eine Urinsteuer eingefĂŒhrt: die BĂŒrger mussten also fĂŒr die Benutzung der Toiletten zahlen. 💰 Als sein Sohn die Steuer ungerecht fand, hielt Vespasian ihm eine Handvoll MĂŒnzen unter die Nase und fragte ihn, ob das Geld denn stinke. Denn es war ja durch den Toilettengang anderer Menschen in die Kasse gespĂŒlt worden. đŸšœNatĂŒrlich konnte sein Sohn keinen schlechten Geruch feststellen. So blieb es bei der Urinsteuer – und die Redewendung war geboren.

Bei uns in Österreich heißt es eher: Geld hat kein Mascherl. 🎀 Die Bedeutung ist aber die gleiche – damit soll ausgedrĂŒckt werden, dass es egal ist, woher das Geld kommt.

Dieser Spruch ist aber mit Vorsicht zu genießen. đŸ€” Denn wenn das Geld aus kriminellen GeschĂ€ften stammt, dann ist das natĂŒrlich nicht egal. Zum Beispiel wenn es sich um illegales Geld handelt. Was du dazu wissen solltest, erfĂ€hrst du in unserem Blogbeitrag ĂŒber Money Mules.

4. Geld zum Fenster hinaus werfen

Dieser Spruch stammt aus dem bayrischen Regensburg. Von 1663 bis 1806 fand dort der immerwĂ€hrende Reichstag statt – die StĂ€ndevertretung im Heiligen Römischen Reich. đŸŸïž Zu diesem Anlass haben sich die damaligen Kaiser regelmĂ€ĂŸig an ein bestimmtes Fenster des Rathauses gestellt und dem armen Volk Geld in Form von MĂŒnzen hinuntergeworfen. 💾 Blöd nur, dass dieses Geld aus den Steuerzahlungen der BĂŒrger stammte – es wurde also eigentlich ihr eigenes Geld aus dem Fenster geworfen.

Wie benutzen wir die Redensart heute? Zum Beispiel, wenn jemand etwas sehr Teures kauft oder etwas, das er*sie eigentlich gar nicht braucht. 💎

5. Der Groschen ist gefallen

Jaja, frĂŒher haben wir statt mit Euro und Cent mit Groschen und Schilling gezahlt – kannst du dich noch daran erinnern? Wenn nicht, dann hilft dir unser Blogbeitrag zum Schilling gerne dabei. 😀

Die kleinen Groschen waren besonders wichtig, um damit an Automaten aller Art zu bezahlen – zum Beispiel, um GetrĂ€nke, SĂŒĂŸigkeiten oder Fahrkarte zu kaufen oder im Waschsalon eine Ladung WĂ€sche zu waschen. Meistens hat es einige Sekunden gedauert, bis die MĂŒnze vom Automaten angenommen wurde und das Himbeerkracherl, der Schokoriegel oder das Busticket zum Vorschein kam. đŸ« Naja, eigentlich ist das heute bei vielen Automaten auch noch so – bloß dass wir jetzt Euros einwerfen, oder? 😉

Es ist also nur logisch, dass wir die Redewendung heute gerne benutzen, wenn jemand einen Witz oder eine Aussage nicht so schnell versteht. 😆

6. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

Oder in der modernen Variante: wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert. đŸ’¶

Hast auch du schon mal einen Cent auf der Straße gefunden, ihn aufgehoben und gleich zuhause ins Sparschwein gesteckt? đŸ· Dann bist du den Euro laut diesem Sprichwort definitiv wert! Freu dich also auch ĂŒber Kleingeld, das du findest, geschenkt bekommst oder dir erarbeitest – denn auch mit vielen kleinen MĂŒnzen kannst du dir eine schöne Summe ersparen. Das Sprichwort soll daran erinnern, dass man sich den eigenen Reichtum hart erarbeiten muss und es (meist) lange dauert, bis dieses Ziel erreicht ist. đŸ’Ș Das ist ĂŒbrigens auch der Grundsatz der Frugalisten: nur durch extremes Sparen kann die finanzielle Freiheit auch schon schneller erreicht werden.

Passend dazu haben wir noch einen Spartipp fĂŒr dich: leere dein Geldbörserl immer aus, wenn du heimkommst. Und stecke dein Kleingeld in ein extra Sparschwein. Wenn das dann voll ist, kannst du entweder das gesammelte Geld zur Bank bringen und auf dein Sparkonto einzahlen. Oder du haust das ganze Geld auf einmal auf den Kopf und gönnst dir mal so richtig was. đŸ„ł

7. Geld auf den Kopf hauen

Apropos auf den Kopf hauen: natĂŒrlich wissen wir alle, dass MĂŒnzen 2 Seiten haben. Auf der einen Seite ist das Kopfportrait einer wichtigen Persönlichkeit (zum Beispiel Kaiserin Maria-Theresia) oder ein wichtiges Symbol wie das Edelweiß zu sehen. Und auf der einen Seite ist der Wert der jeweiligen MĂŒnze als Zahl aufgeprĂ€gt. 💰

Das war auch schon im Mittelalter so. Damals gab es viele unterschiedliche MĂŒnzen von verschiedenen Herrscher*innen. Um die MĂŒnzen besser voneinander unterscheiden zu können, achteten die Menschen darauf, dass beim Bezahlen immer die Seite mit der Zahl zu sehen war. 🧐 Bei ausgelassenen Abenden im Gasthaus kam es dann aber schon mal vor, dass die MĂŒnze mit voller Begeisterung auf die Theke geworfen wurde, um sich noch ein KrĂŒgerl zu bestellen. đŸș Oft haben die Menschen auch noch extra auf den Tisch geklopft, um die*den Wirt*in auf sich aufmerksam zu machen.

Daran hat sich bis heute nicht so viel geĂ€ndert, oder? 😉 Wir hauen unser Geld also im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf. Deshalb wird es heute meistens verwendet, wenn wir mit Geld etwas verschwenderischer umgehen und es einfach nur zum VergnĂŒgen ausgeben. 🎉

Übrigens: in unserem Blogbeitrag erfĂ€hrst du alles ĂŒber die Herkunft und Bedeutung der bekanntesten österreichischen Begriffe fĂŒr Geld – und was Kaiserin Maria Theresia damit zu tun hat. 👑

Könnte dieser Beitrag auch deiner Familie, deinen Freund*innen oder Bekannten gefallen? 💛 Dann teile ihn doch mit ihnen – das wĂŒrde uns sehr freuen. 📹 

Maria

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Maria ist unsere Seniorin. Sie erinnert sich sehr gerne an frĂŒher und plaudert hier auf dem Blog fĂŒr dich aus dem NĂ€hkĂ€stchen. 😊

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