Aktualisiert am March 25, 2022·in Unbezahlbares Wissen·9 Minuten Lesezeit

Steuer­ausgleich: so holst du dir Geld vom Finanzamt zurĂŒck

Alle Jahre wieder kommt das gleiche Thema auf die meisten von uns zu: der Steuerausgleich. Was das genau ist und warum auch du dich damit beschĂ€ftigen solltest, erfĂ€hrst du hier. 🧐 Und natĂŒrlich liest du auch, wie du dir Geld vom Finanzamt zurĂŒckholen kannst. 💾

Frau holt sich bei online Steuerausgleich Geld aufs konto99 zurĂŒck

Online ist dein Steuerausgleich ruckzuck erledigt.

Geld vom Finanzamt aufs Konto zurĂŒck bekommen? Ja bitte! 😉 Obwohl es normalerweise eher anders herum lĂ€uft, ist das beim Steuerausgleich nicht so. In vielen Situationen kann es nĂ€mlich sein, dass du im vorigen Jahr zu viel Lohnsteuer bezahlt hast. Und deshalb kannst du dir dieses Geld vom Finanzamt zurĂŒckholen. 😀

Wir haben uns genau angeschaut, was es mit dem Steuerausgleich auf sich hat und wie du ihn am besten angehst.

Was ist der Steuerausgleich?

Der Lohnsteuerausgleich wird auch Arbeitnehmer*innenveranlagung genannt.

„

Bei der Arbeitnehmerveranlagung wird die Steuer fĂŒr das im Kalenderjahr bezogene Einkommen neu berechnet. Dabei kann sich herausstellen, dass zu viel Lohnsteuer bezahlt wurde. Dann gibt es eine Lohnsteuergutschrift direkt auf das Konto.

— Bundesministerium fĂŒr Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

Ab 1. MĂ€rz jedes Jahres ist der Steuerausgleich fĂŒr das vergangene Jahr möglich. DafĂŒr hast du dann 5 Jahre Zeit - du kannst dir also auch noch nachtrĂ€glich zu viel bezahlte Lohnsteuer vom Finanzamt zurĂŒckholen. Heuer gilt das also fĂŒr die Jahre 2017 bis 2021. 📅

Wann ist ein Steuerausgleich sinnvoll?

Es gibt viele GrĂŒnde und Situationen, fĂŒr die die freiwillige Arbeitnehmer*innenveranlagung besonders sinnvoll ist. Meistens ist das der Fall, wenn sich im vergangenen Jahr in deinem Arbeitsleben etwas verĂ€ndert hat.

Zum Beispiel, wenn

  • du mitten im Jahr deinen Job gewechselt hast und nun ein höheres Gehalt bekommst. 💰

  • du in Teilzeit arbeitest. 😊

  • du nicht das ganze Jahr ĂŒber gleich viele Stunden gearbeitet hast. ⏰

  • du Alleinerzieher*in bist. 👹‍👧‍👧

  • dein(e) Kind(er) Anspruch auf Familienbeihilfe haben. Dann kannst du den Familienbonus geltend machen. 🧒

  • du Anspruch auf das Pendlerpauschale hast. 🚗

  • du Mehrkosten wie Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen kannst. 💳

  • dein Einkommen weniger als € 1.300 brutto im Monat ist. Dann hast du sowieso keine Lohnsteuer bezahlt, bekommst aber trotzdem einen Teil der schon bezahlten SozialversicherungsbeitrĂ€ge als Sozialversicherungsbonus zurĂŒck. Das heißt auch Negativsteuer. 📑

Manchmal werden diese Faktoren auch schon in die automatische Berechnung deiner Lohnsteuer mit einbezogen, das ist aber je nach Arbeitgeber*in und Unternehmen unterschiedlich geregelt.

Automatischer Steuerausgleich: keine besonderen Ausgaben im letzten Jahr

GrundsĂ€tzlich passiert der Steuerausgleich nĂ€mlich seit 2017 automatisch und wird auch Antraglose Arbeitnehmer*innenveranlagung genannt. Wenn du bis 30. Juni des aktuellen Jahres keinen Steuerausgleich gemacht hast, prĂŒft das Finanzamt von selbst, ob dir eine Steuergutschrift zusteht. 🙌

Wenn bei den Berechnungen des Finanzamts herauskommt, dass du Anspruch auf eine Steuergutschrift hast, bekommst du zwischen Juli und Dezember ein Informationsschreiben. Darin steht, wie viel Geld du zurĂŒckbekommst. 💾 ÜberprĂŒfe unbedingt, ob deine Kontodaten stimmen - falls sie falsch sind, dann melde das innerhalb von 4 Wochen an das Finanzamt. ❗

Bitte beachte: Beim automatischen Steuerausgleich können keine besonderen Mehrausgaben wie etwa Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen berĂŒcksichtigt werden – denn das Finanzamt kann ja gar nicht einschĂ€tzen, welche Extra-Kosten du tatsĂ€chlich hattest. đŸ€·â€â™€ïž

Wie und wo mache ich den Steuerausgleich?

Am bequemsten ist es, den Steuerausgleich ĂŒber Finanzonline zu machen. Das ist kostenlos und jederzeit von zuhause möglich. đŸ›‹ïž Außerdem kannst du dann gleich kontrollieren, ob deine Daten stimmen oder sich etwas geĂ€ndert hat (z.B. Kontodaten oder Nachname).

Besonders praktisch ist beim Steuerausgleich ĂŒber Finanzonline, dass du deine voraussichtliche Steuergutschrift oder Steuernachzahlung sofort berechnen kannst. So siehst du auf einen Blick, ob und wie viel Geld du ungefĂ€hr zurĂŒck bekommst. 🔍

Auch nach der Vorausberechnung kannst du noch selbst entscheiden, ob du deinen Antrag tatsĂ€chlich abschickst oder nicht – zum Beispiel, wenn bei der Berechnung herauskommt, dass du vermutlich Steuern nachzahlen musst. 😟 Das gilt aber nur, wenn es keinen Pflichtveranlagungsgrund fĂŒr dich gibt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du selbststĂ€ndig bist: dann bist du verpflichtet, eine SteuererklĂ€rung abzugeben.

Um Finanzonline zu nutzen, brauchst du entweder

  • die Handysignatur: Das ist eine Art digitaler Ausweis, der wie eine digitale Unterschrift funktioniert. So kannst du mit deinem Smartphone viele elektronische Angebote von offiziellen Ämtern wie dem Finanzamt oder der Pensionsversicherungsanstalt nutzen. Deine Handysignatur kannst du ĂŒbrigens einfach bei der Österreichischen Post beantragen. 📯 Dazu brauchst du nur einen erfolgreich legitimierten Post Account. Lies in der Anleitung zur Handy-Signatur nach, wie das genau funktioniert. đŸ“±

  • eine BĂŒrgerkarte: Auch das ist eine rechtsgĂŒltige elektronische Unterschrift im Internet, die wie ein Ausweis funktioniert. Im Unterschied zur Handysignatur sind deine Daten aber auf einer Karte mit Chip gespeichert, den du mit einem speziellen Chipkarten-LesegerĂ€t fĂŒr deinen Computer lesen kannst. 💳

  • vom Finanzamt ausgestellte Zugangsdaten: Damit kannst du dich dann in Finanzonline einloggen. 📋

In diesem ErklĂ€r-Video des Bundesministeriums fĂŒr Finanzen wird erklĂ€rt, wie der Steuerausgleich mit Finanzonline funktioniert. đŸŽžïž Also sieh dir das Video einfach mal in Ruhe an. Du wirst sehen, es ist wirklich praktisch. 👍

Möchtest du jederzeit nachlesen können, wie du deine Arbeitnehmer*innenveranlagung auf Finanzonline ausfĂŒllst? 👉 Hier gibt es eine Anleitung der Arbeiterkammer.

Kleiner Tipp: Am besten sammelst du das ganze Jahr ĂŒber alle Rechnungen und Dokumente, die du beim Steuerausgleich berĂŒcksichtigen möchtest. đŸ§Ÿ Wenn du dann deinen Steuerausgleich angehen willst, kannst du dir schnell einen guten Überblick verschaffen, welche Ausgaben du tatsĂ€chlich absetzen kannst.

Möchtest du deinen Steuerausgleich lieber klassisch per Post einreichen? 📼 Dann findest du hier alle nötigen Formulare dafĂŒr.

Mehrkosten von der Steuer absetzen

Es gibt natĂŒrlich auch immer wieder Ausgaben, die jedes Jahr unterschiedlich sind. Das können dann Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sein. đŸ€”

Außergewöhnliche Belastungen: unvorhergesehene Zahlungen

Manchmal kommt alles anders, als man denkt. Das heißt oft leider auch, dass du ĂŒberraschende Ausgaben bezahlen musst, die du nicht eingeplant hast und die aber zwingend notwendig sind. đŸ˜Č Wenn diese Kosten höher sind als bei den meisten anderen Menschen, dann sind das außergewöhnliche Belastungen.

  • Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt: Dazu gehören zum Beispiel Krankheitskosten, Kurkosten, Pflegekosten, BegrĂ€bniskosten, Adoptionskosten oder Kosten fĂŒr die kĂŒnstliche Befruchtung. đŸ€•

  • Außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt: Ausgaben wegen einer Mure oder Überschwemmung, Mehrkosten wegen einer Behinderung oder Kosten fĂŒr eine notwendige DiĂ€tverpflegung zum Beispiel bei Diabetes oder Zöliakie. ☔

Selbstbehalt: abhÀngig von Einkommen und Familie

Bei den außergewöhnlichen Belastungen gibt es einen Selbstbehalt. Das bedeutet, dass du diese Dinge nur von der Steuer absetzen kannst, wenn sie einen bestimmten Betrag ĂŒberschreiten. 📊 Wie hoch der Selbstbehalt ist, hĂ€ngt von deinem Netto-Einkommen und deinen FamilienverhĂ€ltnissen ab.

  • Jahreseinkommen unter € 7.300: 6%

  • Jahreseinkommen unter € 14.600: 8%

  • Jahreseinkommen ĂŒber € 14.600: 10%

  • Jahreseinkommen ĂŒber € 36.400: 12%

Ein Beispiel: Bei einem Jahresnettogehalt von € 23.500 liegt der Selbstbehalt bei 10% dieses Betrags - also € 2.350. Und nur, wenn du im vergangenen Jahr mehr als das ausgegeben hast, kannst du deine Ausgaben auch tatsĂ€chlich absetzen. đŸ€“

Sonderausgaben: die meisten werden automatisch gemeldet

Seit 2017 werden Sonderausgaben wie die Kirchensteuer, Spenden an bestimmte wohltĂ€tige Einrichtungen oder der Nachkauf von Versicherungszeiten automatisch beim Steuerausgleich berĂŒcksichtigt. Einige Sonderausgaben wie Rechnungen von deinem*deiner Steuerberater*in oder die freiwillige Krankenversicherung fĂŒr Familienangehörige kannst du selbst beim Steuerausgleich angeben. 📇

Werbungskosten: Ausgaben fĂŒr deine Arbeit

Als Werbungskosten werden alle Ausgaben zusammengefasst, die mit deinem Beruf zusammenhĂ€ngen. Aus- und Fortbildungskosten oder Fachliteratur sein. Jedes Jahr stehen dir € 132 fĂŒr berufliche Ausgaben im Rahmen der Werbungskosten zu. đŸ’¶ Das ist ein Pauschalbetrag, der automatisch in deiner monatlichen Lohnverrechnung berĂŒcksichtigt wird. Wenn du Ausgaben fĂŒr zum Beispiel Berufskleidung, Arbeitsmittel, Aus- und Weiterbildungen oder Fachliteratur hast, dann werden diese auf das Werbungskostenpauschale angerechnet. 📚 Und alles, was die € 132 ĂŒbersteigt, kannst du beim Steuerausgleich angeben.

FĂŒr bestimmte Ausgaben bekommst du zusĂ€tzlich zum Werbungskostenpauschale Geld zurĂŒck. 👍 Das ist bei Pendlerpauschale, GewerkschaftsbeitrĂ€gen, selbst eingezahlten SozialversicherungsbeitrĂ€gen, nachbezahlten PflichtbeitrĂ€gen bei einer geringfĂŒgigen BeschĂ€ftigung oder PflichtbeitrĂ€gen fĂŒr mitversicherte Angehörigen der Fall.

WĂ€hrend der Corona-Pandemie haben wir alle viel im Homeoffice gearbeitet. 🏠 Und vielleicht hast ja auch du dir einen neuen ergonomischen Schreibtisch oder BĂŒrosessel gekauft, der besser fĂŒr deinen RĂŒcken ist? đŸȘ‘ Diese Ausgaben kannst du ebenfalls beim Steuerausgleich als Werbungskosten angeben. 👉 In unserem Blogbeitrag Steuerausgleich, Homeoffice und Corona erfĂ€hrst du mehr darĂŒber.

Und, steht der Steuerausgleich nun auch schon auf deiner To-Do-Liste fĂŒr die nĂ€chsten Wochen? Online ist das wirklich praktisch und schnell. So hast du keine Ausrede mehr, deinen Steuerausgleich noch weiter vor dir her zu schieben. 😉 Übrigens kannst du auch unser kostenloses Girokonto und viele andere Angebote online eröffnen! Das geht ruckzuck, und in wenigen Minuten hĂ€ltst du deine brandneue IBAN in den HĂ€nden. đŸ„°

NatĂŒrlich haben wir die Infos in diesem Blogbeitrag sorgfĂ€ltig recherchiert. Aber es kann schon mal vorkommen, dass sich bestimmte Bedingungen oder BezĂŒge Ă€ndern. Auf der Website des Bundesministeriums fĂŒr Finanzen findest du stets aktuelle Angaben, genauso wie auf den verlinkten Seiten im Text.

PS: Könnte dieser Beitrag auch deiner Familie, deinen Freund*innen oder Bekannten gefallen? 💛 Dann teile ihn doch mit ihnen – das wĂŒrde uns sehr freuen. 📹 

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Du findest die Finanzwelt langweilig und kompliziert? Felix ĂŒberzeugt dich vom Gegenteil! đŸ˜Č Er berichtet hier auf dem Blog von allem, was du ĂŒber die Finanzwelt wissen solltest.

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