Aktualisiert am February 15, 2022·in Geld und Nachhaltigkeit, Brandaktuell·4 Minuten Lesezeit

Equal Pay Day - Tag der gleichen Bezahlung

Heute ist der Tag der gleichen Bezahlung. Es klingt unglaublich, ist aber statistisch gesehen so: von Jahresanfang bis heute haben die Frauen in Österreich gratis gearbeitet! 😳 Warum das so ist und wie der Equal Pay Day berechnet wird, erfĂ€hrst du hier.

46 Tage – das ist die Anzahl der Tage, an denen in Vollzeit angestellte Frauen im Jahr 2022 unbezahlt arbeiten. Fragst du dich gerade, wie das sein kann? đŸ€” NatĂŒrlich ist das ein symbolischer Durchschnittswert und niemand bekommt ab morgen kein Gehalt mehr.

Equal Pay Day: der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und MĂ€nnern

Mit dem Equal Pay Day wird in vielen LĂ€ndern auf der ganzen Welt auf die Schere bei den Einkommen aufmerksam gemacht. ✂ Der Aktionstag ist 1966 in den USA entstanden, und auch bei uns in Europa gibt es ihn seit einigen Jahren.

Leider ist der Gehaltsunterschied (Gender Pay Gap) zwischen Frauen und MĂ€nnern in Österreich noch immer sehr groß und verĂ€ndert sich nur in sehr kleinen Schritten. In den letzten 20 Jahren hat sich der Gender Pay Gap nur um 2% verringert.

Um das Datum des Equal Pay Day zu berechnen, ist der durchschnittliche Stundenlohn in einem Land wichtig. 📆 An dieser Zahl wird dann die statistische Einkommensdifferenz abgelesen. Das ist der Unterschied in der Bezahlung von Frauen und MĂ€nnern. Im Jahr 2020 lag die Einkommensdifferenz in Österreich bei 12,7% (durch die Coronakrise liegen leider keine Zahlen fĂŒr 2021 vor).

Was es mit Brutto und Netto bei deinem Gehalt auf sich hat, kannst du ĂŒbrigens in unserem Blogbeitrag Dein Job und dein Geld nachlesen.

So wird das Datum des Equal Pay Day berechnet

Um herauszufinden, auf welchen Tag der Equal Pay Day fĂ€llt, werden die 12,7% Gehaltsunterschied in Tage umgerechnet. Und das sind heuer 46 Tage. 📆 Von 1. JĂ€nner bis heute werden Frauen also theoretisch nicht bezahlt, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Und MĂ€nner werden in dieser symbolischen Berechnung das ganze Jahr ĂŒber bezahlt.

Das Komplizierte dabei ist aber: in dieser Berechnung geht es nur um VollzeitkrĂ€fte. In Österreich arbeiten jedoch rund 47% der Frauen in Teilzeit - mehr als in jedem anderen EU-Land. Das verzerrt natĂŒrlich das Bild. Wenn also die TeilzeitarbeitskrĂ€fte in die Statistik mit einbezogen werden, dann verdienen Frauen etwa 35% weniger als MĂ€nner. 😳

Der Tag der gleichen Bezahlung ist in jedem Land an einem anderen Tag. 🌎 Denn jedes Land auf der Welt hat andere Stundenlöhne und damit ist auch der Gehaltsunterschied unterschiedlich groß.

Doppelt hĂ€lt besser: in Österreich gibt es den Equal Pay Day gleich zweimal!

Ein bisschen verwirrend bei der ganzen Sache ist, dass es den Equal Pay Day in Österreich zweimal gibt. đŸ€Ż Einmal ist er wie heute im FrĂŒhling und der zweite Aktionstag fĂ€llt in den Herbst. Das lĂ€sst sich aber einfach erklĂ€ren:

  • Der Equal Pay Day im FrĂŒhling markiert den Tag, bis zu dem Frauen seit Jahresanfang schon unbezahlt gearbeitet haben, bevor sie symbolisch gesehen ihren ersten Lohn bekommen. đŸŒ·

  • Beim Equal Pay Day im Herbst werden die Tage gezĂ€hlt, die Frauen ab diesem Tag bis zum Jahresende gratis arbeiten. 🍂

Auch wenn es zwei verschiedene Daten sind, geht es also um das gleiche: den Gehaltsunterschied zwischen MĂ€nnern und Frauen. Es wird nur anders gezĂ€hlt. đŸ€·â€â™€ïž

Warum gibt es diesen Gehaltsunterschied ĂŒberhaupt?

Dass Frauen und MĂ€nner unterschiedlich verdienen, hat mehrere GrĂŒnde:

  • Frauen arbeiten viel öfter in Teilzeit als MĂ€nner. Im Jahr 2020 waren das 47,3% aller arbeitenden Frauen. Meistens arbeiten Frauen weniger, weil sie sich auch noch um die Kinderbetreuung kĂŒmmern. đŸŒ

  • In manchen Berufen arbeiten mehr Frauen als MĂ€nner. Solche Berufe wie VerkĂ€uferin, BĂŒrokauffrau oder Friseurin werden auch "Frauenberufe" genannt. 👜 Meistens ist das Einstiegsgehalt – das ist das Gehalt fĂŒr den ersten richtigen Job nach der Schule oder Ausbildung – viel geringer als in typischen MĂ€nnerberufen wie zum Beispiel in der Metallbranche.
    Das Bundesministerium fĂŒr Bildung, Wissenschaft und Förderung hat sich deshalb einige Maßnahmen ĂŒberlegt, damit Frauen sich mehr als bisher fĂŒr die MINT-Ausbildungen (das sind die FĂ€cher Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) interessieren. Es gibt zum Beispiel einen MĂ€dchen-Tag im Ministerium. 👧

Könnte dieser Beitrag auch deiner Familie, deinen Freund*innen oder Bekannten gefallen? 💛 Dann teile ihn doch mit ihnen – das wĂŒrde uns sehr freuen. 📹 

Katharina

Katharina

Katharina schreibt fĂŒr uns ĂŒber die Themen Geld, Zukunft und Nachhaltigkeit. 😊

Bleib auf dem Laufenden

  • checkmark
    Unbezahlbares Wissen rund um das Thema Geld
  • checkmark
    Aktuelles, verstÀndlich erklÀrt
  • checkmark
    Praktische Tipps, die du wirklich brauchst

Ich stimme zu, dass die bank99 AG meine oben angegebenen Daten verarbeitet, um mich ĂŒber eigene Produkte und Finanzdienstleistungen, sowie ĂŒber die von der bank99 AG vermittelten Fremdprodukte und -Finanzdienstleistungen, per E-Mail zu informieren. Diese Einwilligung kann ich jederzeit durch Klick auf "Abmelden" in der E-Mail oder unter datenschutz [at] bank99.at widerrufen. Durch den Widerruf der Einwilligung wird die RechtmĂ€ĂŸigkeit, der aufgrund der Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung, nicht berĂŒhrt. Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finde ich unter bank99.at/datenschutz.

arrowright

Ähnliche BeitrĂ€ge

Card

14 Fragen zu Frauen & Finanzen

Card

Bildungs­karenz & Bildungs­teilzeit - die bezahlte Lern­auszeit vom Job!

Card

14 Fragen zu Frauen & Finanzen

Card

Bildungs­karenz & Bildungs­teilzeit - die bezahlte Lern­auszeit vom Job!