April 19, 2021·in Unbezahlbares Wissen·6 Minuten Lesezeit

Krypto­währungen: digitales Geld ver­ständlich erklärt

Digitales Geld? Ja, das gibt es schon - nämlich als Kryptowährungen! Wir erklären dir, was du über Bitcoin, Blockchain & Co wissen solltest. 🤯

Was meinst du: besteht Geld besteht immer aus Scheinen oder Münzen? 🤔

Dass das nicht so ist, haben wir schon in unserem Blogbeitrag Land ohne Geld geklärt. Denn es gibt natürlich auch noch andere Arten des Bezahlens. Zum Beispiel die Muschelketten im Südpazifik. 🐚

Aber wir müssen gar nicht so weit weg schauen, um andere Währungsformen zu finden. Auch bei uns in Österreich wird immer mehr über Kryptowährungen geredet. In Österreich legen ungefähr 180.000 Menschen ihr Geld in Kryptowährungen an. Es ist also an der Zeit, dass wir uns dieses Thema einmal genauer anschauen. 🧐

Kryptowährungen: die digitale Quasi-Währung

Kryptowährungen

Kryptowährungen sind digitale (Quasi-)Währungen mit einem meist dezentralen, stets verteilten und kryptografisch abgesicherten Zahlungssystem. Zu ihnen gehören Bitcoin und Litecoin.

Gablers Wirtschaftslexikon

Eine Kryptowährung ist also digitales Geld. 🌏 Im Gegensatz zu physischem Geld - also Scheinen, Münzen oder auch Muscheln - ist dieses Geld aber nur digital verfügbar und besteht aus vielen verschiedenen Daten. 💾 Das sind zum Beispiel Informationen zu dem*der Besitzer*in des Geldes und zu den Transaktionen mit dem Geld.

Diese Daten sind natürlich nicht einfach so einsehbar, sondern gut verschlüsselt. 🔏 Davon kommt auch der Name: "Kryptografie" ist nämlich die Wissenschaft zur Verschlüsselung von Informationen. 🔬 Die gesammelten Daten sind statt auf einem einzigen Server auf unzähligen Computern in der ganzen Welt gespeichert - als lokale Dateien auf den Computern der Besitzer*innen von Kryptowährungen. 💻 Diese Informationen werden also dezentral in einer Blockchain gesichert.

Blockchain - eine ständig aktualisierte Datenbank

Blockchain

Dezentrale, chronologisch aktualisierte Datenbank mit einem aus dem Netzwerk hergestellten Konsensmechanismus zur dauerhaften digitalen Verbriefung von Eigentumsrechten.

Gablers Wirtschaftslexikon

Die Blockchain (übersetzt: Blockkette) kannst du dir wie eine lange Kette vorstellen, die viele verschiedene Server miteinander verbindet. 🔗 Auf einem Server werden Daten digital gespeichert. Auf jedem einzelnen Server sind alle Informationen des ganzen Kryptowährungs-Netzwerks gesichert. Außerdem kann jede*r Nutzer*in eine Kopie der gesamten Blockchain auf dem eigenen Computer ablegen. Das wird "Full Node" genannt.

Was das für einen Sinn hat? So sind die Daten besonders sicher. 🔒 Denn Hacker könnten sich zwar zu einem einzelnen oder auch einigen Servern gleichzeitig Zugang verschaffen, aber eben nicht zu allen. Denn das können - je nach Kryptowährung - bis zu 45 Millionen Computer weltweit sein. 🌎

Sicherheit durch das Mehraugenprinzip

Weil alle Daten auf allen Computern gleichzeitig gespeichert sind, wird auch jede verschlüsselte Transaktion - also jede Zahlung auf ein Konto und von einem Konto weg - unzählige Male geprüft. 🔍 Das gesamte Netzwerk führt also Buch über die gesamten Transaktionen aller Mitglieder - das nennt sich auch "offenes Kassenbuch". 📖 Das geht digital super schnell und du bekommst davon natürlich gar nichts mit.

Durch die Verschlüsselung ist es fast unmöglich, eine Transaktion mit einer Kryptowährung zu fälschen oder damit zu betrügen. So wird verhindert, dass jemand zum Beispiel mehr digitales Geld ausgeben kann, als er oder sie eigentlich besitzt. Denn das würde durch das offene Kassenbuch ja auffallen. 🧐

Das Kassenbuch wird von "Minern" regelmäßig kontrolliert und aktuell gehalten. Jede Transaktion wird von ihnen geprüft und dann erst mit einem speziellen Schlüsselcode in das Kassenbuch eingetragen und bestätigt. Dieser Code wird dann an alle Full Nodes des gesamten Netzwerks geschickt. Zur Erinnerung: das ist die auf dem eigenen Computer gespeicherte Kopie der gesamten Blockchain.

Hört sich kompliziert an? Stell dir eine endlose Kassa-Rolle im Supermarkt vor. 🧾 Alle Informationen in der Blockchain sind darauf gespeichert. Und wenn eine neue Transaktion dazukommt, erscheint sie als letzte Zeile auf der Rolle. Es ist nicht möglich, einzelne Zeilen (also Informationen zu einer Transaktion) zu löschen, ohne dadurch die ganze Rolle zu zerstören. Sicherheitshalber gibt es viele Kopien dieser endlosen Kassarolle. So sind alle Transaktionen immer transparent und nachvollziehbar und können nicht im Nachhinein verändert werden. 👍

Digitales Geld kommt in die digitale Geldbörse

Aber sieht dann auch das gesamte Netzwerk, wie viel digitales Geld du hast? 💰 Nein, natürlich nicht. Denn der Gesamtbetrag deines Geldes ist nur für dich selbst einsehbar. Er ist lokal in deiner digitalen Geldbörse gespeichert. 👛 Das heißt auch "Wallet" und ist ein extra Programm auf deinem Computer. Es gibt aber auch Online-Anbieter für Wallets. Deine Geldbörse schützt du mit einem Passwort, das nur du weißt.

Apropos Passwort: Kennst du schon unsere besten Tipps für ein sicheres Passwort? Das ist nämlich auch für dein Online Banking sehr wichtig. 🔒

Bitcoin - das Zukunftsgeld?

Es gibt über 3.000 verschiedene Kryptowährungen. 😲 Viele davon sind sehr klein und haben nur wenige Nutzer*innen. Am bekanntesten ist sicherlich Bitcoin mit etwa 45 Millionen Nutzer*innen weltweit, aber auch Ether, XRP und Litecoin sind weit verbreitet.

In Österreich ist der Bitcoin allerdings noch nicht so richtig angekommen: Im Jahr 2018 konnten sich 54% der Befragten gar nicht vorstellen, Bitcoins zu nutzen. 25% nutzen das digitale Geld zwar noch nicht, waren aber offen dafür. Und nur 9% verwendeten Bitcoins tatsächlich schon. (Quelle: Statista)

Ob Bitcoin und andere Kryptowährungen tatsächlich als Zahlungsmittel genutzt werden, hängt von regulatorischen Richtlinien ab. Momentan werden sie vor allem als spekulative Veranlagung gesehen und stellen eine Alternative zu Gold und anderen Anlageformen dar. 💎

Hier ist also noch viel Luft nach oben: wir sind gespannt, wie sich die Kryptowährungen in Österreich weiterentwickeln. Du auch? 😉

Bei uns sind Kryptowährungen zumindest schon in der Philatelie, also der Briefmarkenkunde, angekommen. Denn es gibt sogar schon eine Blockchain-Briefmarke der Österreichischen Post. Die Crypto stamp 2.0 mit 4 verschiedenen Tiermotiven ist aber natürlich nicht nur virtuell verfügbar, sondern besitzt auch ein physisches Gegenstück in Papierform. 🖃

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