Aktualisiert am 29. Oktober 2026·in Konto & Alltag, Kredit & Finanzieren, Spartipps·4 Minuten Lesezeit

Haushaltsrechnung erstellen: Was bleibt wirklich übrig?

Eine Haushaltsrechnung stellt deine regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Das Ergebnis zeigt, wie viel Geld dir im Monat tatsächlich bleibt – zum Sparen, für ungeplante Rechnungen oder möglicherweise für eine Kreditrate. Dafür musst du nichts kompliziert berechnen. Entscheidend ist, dass auch die Ausgaben auftauchen, die nicht jeden Monat vom Konto abgehen.

Familie sitzt am Küchentisch und vergleicht Haushaltsausgaben, Rechnungen und Angebote am Laptop, um finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Was gehört in eine Haushaltsrechnung?

Starte mit dem Geld, auf das du regelmäßig zählen kannst: deinem Nettogehalt, einer Pension oder anderen verlässlichen Einkünften. Wenn ihr als Haushalt gemeinsam plant, erfasst die Einkommen aller beteiligten Personen. Schwankende Beträge wie Überstunden oder Prämien solltest du vorsichtig ansetzen. Sonderzahlungen kannst du für größere Jahresausgaben einplanen, verlass dich für eine dauerhaft fällige Monatsrate aber nicht allein darauf.

Danach kommen die Ausgaben. Vier Gruppen machen die Rechnung übersichtlich:

Bereich

Beispiele

Wohnen und laufende Verträge

Miete oder Wohnkredit, Betriebskosten, Energie, Internet, Versicherungen, Abos

Alltag

Lebensmittel, Drogerie, Mobilität, Gesundheit, Kleidung, Freizeit, Kinderkosten

Bestehende Verpflichtungen

Kredit- und Leasingraten, Unterhaltszahlungen

Unregelmäßige Ausgaben

Jahresprämien, Kfz-Service, Urlaub, Geschenke, Reparaturen und Ersatzanschaffungen

Eine jährlich bezahlte Versicherung von € 360 gehört mit € 30 pro Monat in die Rechnung. Dasselbe gilt sinngemäß für Quartalszahlungen. Prüfe mehrere Monate deiner Kontoauszüge: So entgehen dir saisonale und seltenere Posten weniger leicht.

Ein Haushaltsbuch hilft dir, variable Ausgaben realistisch zu erfassen. Die Haushaltsrechnung verdichtet diese Daten dann zu einem Monatsüberblick.

Wie berechnest du deinen monatlichen Überschuss?

Die Grundformel lautet: Regelmäßige monatliche Einnahmen minus sämtliche monatlichen Ausgaben = monatlicher Überschuss.

Jährliche Beträge teilst du vorher durch zwölf. Das gilt natürlich auch für Einnahmen wie das 13. und 14. Gehalt.

Hier ein vereinfachtes Beispiel für einen Haushalt:

Monatliche Position

Betrag

Nettogehalt und weitere verlässliche Einnahmen

+ € 2.600

Wohnen

− € 900

Energie, Kommunikation und laufende Versicherungen

− € 260

Lebensmittel und Drogerie

− € 400

Mobilität

− € 220

Freizeit und Kleidung

− € 180

Bestehende Kreditrate

− € 150

Rücklage für Jahreskosten und Ersatzanschaffungen

− € 120

Monatlicher Überschuss

€ 370

Die € 370 sind noch kein Freibrief für eine zusätzliche Kreditrate in dieser Höhe. Bleiben beispielsweise € 150 als Sicherheitspuffer für Preissteigerungen oder unerwartete Ausgaben reserviert, sind rechnerisch € 220 für weitere Ziele verfügbar. Ob eine neue Rate sinnvoll und tragbar wäre, hängt auch davon ab, wie stabil deine Einnahmen und Ausgaben sind. Wenn du zuerst Spielraum schaffen möchtest, findest du bei bank99 Ansätze zum Senken deiner Fixkosten. Einen Notgroschen solltest du nicht durch eine knapp kalkulierte Rate ersetzen.

Wie berechnet die Bank eine Haushaltsrechnung für einen Kredit?

Für dich ist die Rechnung ein Planungswerkzeug. Die Bank verwendet die Angaben als Teil ihrer Kreditwürdigkeitsprüfung: Sie betrachtet unter anderem nachvollziehbare Einnahmen, Lebenshaltungskosten und bestehende Verpflichtungen und prüft, ob die zusätzliche Rate voraussichtlich leistbar ist. Die gesetzliche Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung bedeutet nicht, dass alle Banken dieselben Berechnungsmodelle, Sicherheitsreserven oder Mindestanforderungen verwenden. Die Bewertung kann je nach Institut und Finanzierungsfall unterschiedlich ausfallen.

Wichtig ist deshalb eine vollständige, ehrliche Rechnung. Ein positiver Überschuss allein garantiert noch keinen Kredit. Was sonst in die Entscheidung einfließen kann, erklärt unser Lexikonbeitrag zur Kreditwürdigkeit. Wenn du eine Finanzierung planst, kannst du auf der Kreditseite der bank99 mögliche Raten berechnen. Eine unverbindliche Berechnung ist noch keine Kreditzusage.

Häufige Fragen zur Haushaltsrechnung

Was bedeutet ein negativer Betrag?

Deine erfassten Ausgaben sind höher als deine Einnahmen. Kontrolliere zunächst Zeitraum und Buchungen: Fehlen Einnahmen, oder hast du eine Jahresrechnung versehentlich als Monatsbetrag eingetragen? Stimmt die Rechnung, hilft es, Ausgaben und bestehende Verpflichtungen zu prüfen, bevor du neue eingehst.

Wie hoch ist die Pauschale für die Haushaltsrechnung bei der Bank?

Es gibt keine allgemein gültige Euro-Pauschale für alle Banken und Haushalte. Institute können bei ihrer Prüfung mit eigenen Erfahrungswerten und Mindestansätzen für Lebenshaltungskosten arbeiten. Wie viel angesetzt wird, hängt unter anderem von der Haushaltsgröße und der konkreten Finanzierung ab.

Reicht eine Vorlage für den Kreditantrag?

Eine Vorlage hilft dir beim Sammeln und Rechnen. Für die Bank können zusätzlich Nachweise wie Einkommensbelege oder Kontoauszüge nötig sein. Halte deine Werte aktuell und kläre mit dem jeweiligen Institut, welche Unterlagen es verlangt.

Soll ich Sparbeträge als Ausgabe eintragen?

Eine Überweisung auf dein eigenes Sparkonto ist keine Lebenshaltungsausgabe. Für deine persönliche Planung solltest du das Geld trotzdem als festes Ziel vormerken: Nur der Betrag, der danach und nach einem Sicherheitspuffer übrig bleibt, steht für neue laufende Verpflichtungen zur Verfügung.

 

Katharina

Katharina

Katharina schreibt für uns über die Themen Geld, Zukunft und Nachhaltigkeit. 😊