February 20, 2021·in Unbezahlbares Wissen·7 Minuten Lesezeit

Money Mules - was haben Esel mit Geld­wäsche zu tun?

Bist auch du schon einmal auf ein Jobangebot gestoßen, das dir das sprichwörtlich "Blaue vom Himmel" verspricht - und die einzige Voraussetzung ist ein eigenes Bankkonto? 🧐 Warum du bei so einem Job schnell zum Money Mule wirst und was das eigentlich bedeutet, erfährst du jetzt!

Esel ist tierischer Namensgeber für menschliche Money Mules

Süß sind sie ja, die Esel. Aber leider sind Money Mules alles andere als niedlich. Mit diesem Job ist nämlich nicht zu spaßen. 😲

Minimaler Aufwand und super Gehalt, der Job lässt sich problemlos von zu Hause aus erledigen und ein Bewerbungsgespräch ist auch nicht nötig? Und dafür brauchst du nur dein eigenes Bankkonto. Hört sich eigentlich ja nach einem Traumjob an. 🤩

Solche Jobinserate häufen sich gerade im Internet immer mehr. Denn durch die weltweite Coronakrise ist auch die Arbeitslosigkeit in die Höhe geschossen und viele Menschen brauchen dringend einen neuen Job oder eine gut bezahlte Nebenbeschäftigung, um sich und ihre Familie über Wasser halten zu können. 💸

So ein Job klingt allerdings nicht nur zu schön um wahr zu sein, sondern ist es oft tatsächlich auch! Denn Kriminelle nutzen Angebote dieser Art, um Menschen anzuwerben, die für sie unwissentlich als Geldwäscher*innen arbeiten. 🧼

Geldwäsche: schmutziges Geld aus kriminellen Geschäften

Was genau ist eigentlich Geldwäsche? 🤔 Einfach gesagt: Es geht um illegales Geld – also Geld aus verbotenen Geschäften. Zum Beispiel aus dem Handel mit Drogen, aus Erpressung oder illegalem Waffenhandel. Das wird auch schmutziges Geld genannt.

Unter Geldwäscherei versteht man das Verschleiern des illegalen Ursprungs von Erträgen aus bestimmten kriminellen Aktivitäten, den sogenannten Vortaten. 

Bundesministerium für Finanzen

Kriminelle wollen ihr schmutziges Geld natürlich auch ausgeben. Allerdings kann es Verdacht erregen, wenn jemand plötzlich sehr viel Geld hat. 🔍 Und nicht klar ist, woher dieses Geld kommt. Damit das nicht auffällt, "waschen" Kriminelle ihr Geld. Sie suchen also nach einer unverdächtigen Erklärung, woher das Geld stammt.

Wenn sie das illegale Geld ausgeben wollen, müssen sie es davor zurück in den legalen Geldkreislauf bringen. 🌀 Und zwar so, dass niemand misstrauisch wird, woher das Geld kommt. 🕵️‍♂️

Das machen Kriminelle aber oft nicht selbst, sondern werben extra dafür andere Personen an. Diese Money Mules wissen meistens gar nicht, dass sie für illegale Zwecke missbraucht werden.

Money Mules: unfreiwillige Hilfe zur Geldwäscherei

Ein Finanzagent oder Money Mule ist eine Person, die von Kriminellen angeworben wird, um illegal erlangte Gelder zu waschen. Dem Finanzagenten wird meist ein Geldbetrag aus dem Ausland auf sein Konto überwiesen. Dann wird er aufgefordert diesen Geldbetrag entweder weiter zu überweisen oder abzuheben. Als Bezahlung darf sich die Person eine vereinbarte Gebühr einbehalten.

Bundeskriminalamt

Was das mit einem Esel zu tun hat? Der englische Ausdruck Money Mule bedeutet auf Deutsch "Geldtransportesel". 🐴

Stelle es dir etwa so vor: Ein Money Mule transportiert das schmutzige Geld nicht auf seinem Rücken, sondern über das eigene Bankkonto. 💳 Diese Transaktionen können ganz unterschiedlich aussehen:

  • Überweisung an fremde Bankkonten

  • Ein- und Auszahlung von Bargeld

  • Umtausch in fremde Währungen

  • Umtausch in Kryptowährungen

So wird die Spur des Geldes verwischt. Und die Polizei kann nach einiger Zeit nicht mehr so einfach feststellen, woher das Geld ursprünglich stammt. 👮

Meist bieten Geldwäscher*innen ihren Money Mules unterschiedliche Erklärungen an, aus welchen Quellen das Geld kommt und warum sie das Geld weiter "transportieren" sollen. Natürlich verschweigen sie dabei, dass das Geld aus Straftaten (zum Beispiel Drogenhandel, Betrug oder Steuerhinterziehung) stammt. 🤫

Jobbezeichnung: Junior Trader und Finanzagent*in

Häufig werden Money Mules unter der Jobbezeichnung "Junior Trader" oder "Finanzagent*in" angeworben und sollen angeblich bei der Abwicklung von Finanztransaktionen helfen - davor warnt aktuell auch die Finanzmarktaufsicht FMA.

Beliebte Versprechen sind ein sehr gutes Gehalt oder eine Provision von etwa 5% pro Transaktion. Gerade in Zeiten der Corona Pandemie kann ein solcher Job, der im Home Office möglich und nur mit geringem Stundenaufwand verbunden ist, verlockend erscheinen. 🤑

Nur die Online-Kontoeröffnungstrecke einer Bank auf mögliche Fehler testen - das hört sich nach einem gut bezahlten Nebenjob an? Leider gibt es immer wieder Betrüger, die die Online-Auftritte bekannter Banken nachmachen. Dort sollst du dann deine Daten angeben - angeblich zu Testzwecken. So können Betrüger dein Konto übernehmen, ohne dass es dir überhaupt bewusst ist.

Zusätzlich wird den Money Mules die offizielle Anmeldung als Arbeitnehmer*in inklusive Arbeitsvertrag versprochen. In Wirklichkeit bezahlen die kriminellen "Arbeitgeber" dann weder die Beiträge für die Sozialversicherung noch Steuern an das Finanzamt. Denn dann würde ja auffallen, dass das Geld nicht legal verdient wurde. Es handelt sich also um illegale Schwarzarbeit. 😲

Oft sollen die Jobbewerber*innen für den Arbeitsvertrag - der häufig leider täuschend echt aussieht - persönliche Dokumente mitschicken. So kommen die kriminellen "Arbeitgeber" an persönliche Daten und Ausweise wie den Personalausweis, Reisepass oder Meldezettel. 📋 Und nutzen diese auch gleich, um heimlich neue Bankkonten im Namen der Finanzagent*innen anzulegen. Auch die dienen dann nur einem Zweck: der Geldwäsche.

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!

Achtung: Auch wer sich nicht bewusst ist, dass er oder sie als Money Mule von Kriminellen missbraucht wird, macht sich strafbar! Denn Geldwäsche ist verboten und die Strafen dafür sind hoch: bei einer Verurteilung können bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe oder bis zu € 60.000 Geldstrafe drohen. 🚓

Sei bei verdächtigen Angeboten also doppelt wachsam und prüfe solche Jobangebote ganz genau.  ⚠️ Wir haben dir eine Liste mit hilfreichen Tipps des Bundeskriminalamts zusammengestellt:

Mit diesen 4 Tipps gehst du Geldwäschern bei der Jobsuche nicht ins Netz!

  • Sei aufmerksam: Gerade wenn dir in Jobangeboten das "schnelle Geld" versprochen wird, solltest du besonders vorsichtig sein. Der Job klingt zu gut, um wahr zu sein? Dann schau lieber ganz genau hin! Auf der Webseite der Watchlist Internet findest du ein Beispiel eines verdächtigen Jobangebots. 🔍

  • Erkenne Spam-Emails: Ein dir unbekannter Absender hat dir ein Email geschrieben und dir darin einen gut bezahlten Job angeboten? Das könnte ein Spam-Mail sein, mit dem Kriminelle versuchen, dich über das Internet anzuwerben. Bei welchen Emails du besonders vorsichtig sein solltest, erfährst du in unserem Blogbeitrag zu Phishing-Mails. 📧

  • Überprüfe den Arbeitgeber: Versuche, möglichst viel über das Unternehmen herauszufinden: Gibt es die Adresse und Telefonnummer wirklich? Sieht die Webseite seriös aus? Findest du Erfahrungen zum Unternehmen auf Jobbewertungsportalen wie kununu.at? Gibt es Medienberichte? 🗞️
    Und wenn sich dein Verdacht doch als unbegründet herausstellt, hast du schon einiges an Vorarbeit für dein Bewerbungsgespräch geleistet. 😉

  • Achte auf Kleinigkeiten: Untersuche die Ausdrucksweise und den Stil des Angebots. Wirkt es unseriös? Fallen dir womöglich mehrere Rechtschreib- und Grammatikfehler auf? Passt die Formulierung des Jobangebots zur Unternehmenswebseite? 🤓

  • Gib keine vertraulichen Daten an: In einer Bewerbung haben vertrauliche Daten wie Passwörter, Benutzernamen und Kontodaten nichts verloren. Wenn das Jobangebot solche Daten ausdrücklich fordert, dann solltest du misstrauisch sein. 🤚

Leider gibt es auch noch weitere Betrugsmaschen bei der Jobsuche im Internet. Die Watchlist Internet hat einige davon gesammelt und verrät dir natürlich auch, wann du misstrauisch sein solltest. So bist du bestens informiert und tappst bestimmt nicht in die Geldwäsche-Falle! 💪

Karl

Karl

Unser Autor Karl ist ein praktisch veranlagter Mensch und macht am liebsten immer alles selbst. 💪 Kein Wunder also, dass er neue Dinge einfach ausprobiert, anstatt sich zu lange mit der Theorie aufzuhalten.

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